Vielfalt der (Mikro-)Mobilität

Das E-Cargobike „ONO“ bewährt sich auf dem Forum AutoVision der Wolfsburg AG und empfiehlt sich für zahlreiche Anwendungsbereiche.

Die gesamtgesellschaftlichen Anstrengungen der Verkehrswende sind und bleiben eine der maßgeblichen Herausforderungen der Zukunft. Mobilität wird neu gedacht. Ergänzende und alternative Konzepte sind gefragt. Das beschäftigt weltweit Unternehmen, Forscher und die Politik. Für Transporte auf kurzen Strecken im privaten und gewerblichen Umfeld machen zunehmend Cargobikes von sich reden. Dazu gehört das E-Cargobike „ONO“, dessen Idee in Wolfsburg das Licht der Welt erblickte und vom Berliner Start-up Onomotion entwickelt sowie heute in Serie gefertigt wird. Das Konzept reifte auch mit Unterstützung der Wolfsburg AG. Sie bewirtschaftet heute ihr Forum AutoVision mithilfe der ONO und ist mit ihrer Innovations- und Beteiligungsgesellschaft Wolfsburg mbH (IBG) an Onomotion beteiligt.

Die Bulli-Analogie

In Wolfsburg kennt man sich traditionell aus mit lösungsorientiertem Fahrzeugdesign: „Der Bulli ist einst als Transportmittel im Wolfsburger Werk gestartet und wurde dann zum Welterfolg“, erzählt Josef Schulze Sutthoff, IBG-Geschäftsführer und Leiter Innovationsentwicklung & Geschäftsideen bei der Wolfsburg AG. „Es wäre schön, wenn Vergleichbares mit der ONO passieren könnte. Die Grundlagen sind da, denn sie ist analog zum Bulli flexibel nutzbar. Es ist eine Plattform und damit weit mehr als ein Fahrrad mit E-Antrieb“, fährt er fort. Aktuell kann die ONO, die optisch einem Kabinenroller nachempfunden ist, statt dem für Transportfahrten vorgesehenen zwei Kubikmeter großen Container alternativ einen offenen Container transportieren.

Innovationsmotor

Was heute als fertiges Produkt einsatzbereit ist, hat einen langen Entwicklungsprozess hinter sich. „Da steckt auch unser Know-how zur Geschäftsmodellentwicklung drin, bei der wir einen Hands-on-Ansatz verfolgen. Denn insbesondere durch die praktische Anwendung erfahren wir viel über den Reifegrad eines Konzepts oder die Kundenorientierung. Deshalb vergeben wir gern kleine Aufträge, um zu sehen, wie das Team funktioniert oder das Produkt in den Markt passt, statt nur auf die reine Papierlage zu schauen“, erläutert Schulze Sutthoff.
Das ist gerade bei innovativen Geschäftsideen, wie zum Beispiel ONO, auch für die Gründer vorteilhaft. „Denn umwälzende Innovationen haben immer zwei Aspekte: Das Produkt selbst und die notwendige Infrastruktur“, merkt Schulze Sutthoff an und verweist auf aktuelle Entwicklungen in Metropolen, wo zunehmend Bereiche der Innenstädte für Autos gesperrt und nur für Fahrräder erschließbar gemacht werden. Eine Chance für E-Cargobikes. „Onomotion hat es geschafft, das Verhältnis von Nutzlast und zu bewegendem Fahrzeuggewicht, welches sich durch große Batterien erhöht, zu minimieren. Herausgekommen ist ein System mit Tauschakkus, was wiederum dazu führt, dass der Nutzer unabhängiger von Ladeinfrastruktur ist“, so der erfahrene Berater.

Ein weiteres Ergebnis der sorgfältigen Marktbeobachtung und Nutzeranalyse: Da Fahrzeuge für die reine Personenbeförderung im Schnitt nur fünf bis zehn Prozent der Tageszeit eingesetzt werden, richtet sich die ONO zunächst an Marktsegmente im Gütertransport, die das Fahrzeug länger am Tag nutzen. „Das hat den Markteintritt ermöglicht und heute betreibt zum Beispiel UPS in Hamburg eine ganze ONO-Flotte“, ergänzt Schulze Sutthoff. Die Integration von ONO in das Akku-Vermietungs-Netzwerk „Swobbee“ gewährleistet dabei kontinuierliche Mobilität. An einer Akku-Tausch-Station wird das leer gefahrene Batteriepack durch ein geladenes ersetzt, was Wartezeiten verkürzt.

E-Cargobike ONO © Wolfsburg AG

Selbst erprobt!

Praktisch im Einsatz ist die ONO aktuell auf dem Forum AutoVision der Wolfsburg AG: „Wir nutzen sie für unser Facility-Management, das ein weiteres Anwendungsfeld darstellt. Unsere Kollegen wollen sie schon nach wenigen Wochen nicht wieder hergeben“, schmunzelt der studierte Wirtschafts-Ingenieur. Von Werkzeug und Reinigungsutensilien bis hin zur Bestuhlung für die Räumlichkeiten des Campus fährt die ONO querbeet alles, was es zu transportieren gilt. Auch diese Praxiserfahrungen landen direkt bei Onomotion und helfen hier, die Einsatz- und Vertriebsmöglichkeiten zu schärfen. Schulze Sutthoff verdeutlicht: „Aus dem flexiblen Customizing der Ladefläche und dem Fahrzeugaufbau ergeben sich perspektivisch weitere Märkte. Zum Beispiel könnten Handwerker eine ausklappbare Werkbank installieren und hätten gleichzeitig eine Antwort auf fehlende Parkplätze in Innenstädten. Oder es ließe sich, wie bei uns, die Bewirtschaftung größerer Liegenschaften erleichtern.“

Sie haben Interesse, das E-Cargobike ONO und sein Potenzial in Aktion zu erleben? Die Wolfsburg AG heißt Interessenten nach Voranmeldung gerne auf dem Forum AutoVision willkommen und steht für Fragen zur Verfügung.


Titelbild: E-Cargobike ONO im Einsatz © Wolfsburg AG