Gemeinsam Innenstadt und Zentren gestalten

Drei Zentren für Wolfsburg

Bundesweit beschleunigen die Folgen der Coronapandemie, die Inflation sowie ein verändertes Einkaufsverhalten den anhaltenden Strukturwandel in den Innenstädten. Das etablierte Verständnis der Innenstadt wird weiter auf die Probe gestellt und Strategien sind gefordert. Für die erfolgreiche Neuausrichtung der Innenstädte ist es entscheidend, dass Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Stadtgesellschaft an einem Strang ziehen und in ein gemeinschaftliches „Machen“ kommen. Mit dem Einwerben von Fördermitteln konnten Stadtverwaltung und WMG die zukunftsfähige Gestaltung der Wolfsburger Innenstadt bereits gemeinschaftlich angehen und erste Maßnahmen umsetzen. Im Sinne des Gedankens „Drei Zentren – ein Konzept“ stehen neben der Entwicklung der Innenstadt auch die Stadtteilzentren Fallersleben und Vorsfelde im Fokus.

„Unsere Innenstadt ist das Herz des stadtgesellschaftlichen Zusammenlebens und es ist unsere gemeinsame Aufgabe, sie in Zukunft lebendig, attraktiv, grün und für alle Generationen ansprechend zu gestalten. Auch die Stadtteilzentren von Fallersleben und Vorsfelde haben wir im Blick, schärfen ihr Profil und ihre Verbindung zur Innenstadt. Schließlich ist es unser Ziel, den Dreiklang zwischen Innenstadt und den beiden Stadtteilen als zentrale Orte des städtischen Lebens zu stärken“, betont Oberbürgermeister Dennis Weilmann.

Grüne Innenstadt © WMG Wolfsburg

Förderprogramme schaffen Perspektiven

Mit Fördermitteln aus dem Sofortprogramm des Landes „Perspektive Innenstadt!“ gelang es WMG und Stadtverwaltung kurzfristig, eine Reihe von Projekten und Konzepten für die Innenstadt umzusetzen. Zentrales Förderprojekt ist die Erarbeitung des Entwicklungskonzepts Innenstadt in Zusammenarbeit mit dem Büro urbanista. In einem breiten Beteiligungsprozess brachten verschiedene Akteure ihre Ideen in eine gemeinsame Zukunftsstrategie für die Innenstadt ein. Als erstes Ergebnis bietet der Kompass Innenstadt eine rahmensetzende Vision für die Entwicklung der Innenstadt, definiert das künftige Selbstverständnis sowie Ziele und Aufgaben. Diesen hat der Rat der Stadt Wolfsburg kürzlich mit großer Mehrheit beschlossen. Aktuell werden kurzfristige Impulse, mittelfristige Maßnahmen und Projekte mit strategischer Bedeutung in ein Regiebuch für die langfristige Entwicklung übersetzt. Weitere Informationen zu den Projekten gibt es unter www.perspektive-innenstadt.de.

Jens Hofschröer, Stadtrat für Wirtschaft und Digitales sowie WMG-Geschäftsführer, sagt: „Um Wolfsburgs Zukunftsposition als attraktiven Wirtschafts-, Arbeits- und Lebensstandort weiter auszubauen, müssen wir unsere Innenstadt partnerschaftlich wieder aktivieren, zukunftsweisende Konzepte entwickeln und auch mutig sein, Neues auszuprobieren. Einen maßgeblichen Beitrag für die Stärkung des multifunktionalen Standortes Innenstadt wird das Entwicklungskonzept liefern.“
Mit dem nachgelagerten EFRE-Förderprogramm „Resiliente Innenstädte“ eröffnen sich zusätzliche Chancen für die Innenstadtentwicklung. Das Programm läuft bis 2027 und ist so auf mittel- und langfristige Maßnahmen ausgerichtet. Seitens der Stadt sind aktuell die ökologische Umgestaltung des Rathausplatzes und des Kleistparks als Projekte in Planung. Neben der Stadtverwaltung können zudem auch Vereine und Initiativen Zuwendungen erhalten. Erster Stadtrat und Stadtbaurat Kai-Uwe Hirschheide erklärt: „Mithilfe der Fördermittel können wir schrittweise attraktive, nachhaltige und maßstabsgerechte Räume schaffen, die maßgeblich dazu beitragen, die Attraktivität und Aufenthaltsqualität und damit die Lebendigkeit in der Innenstadt zu steigern.“

Zukunftsfähige Stadtteilzentren

Auch in den Stadtteilzentren Fallersleben und Vorsfelde wird der Wandel erkennbar. Zur Gestaltung des Strukturwandels legen WMG und Stadt in ihren Aktivitäten einen besonderen Fokus auch auf die Stadtteilentwicklung. Im Zuge des Bundesprogramms „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ konnten Vereine, Einzelpersonen, Einrichtungen oder Initiativen bis Anfang Juni 2023 Projektideen bei der Stadt und den Zentrenbüros einreichen und eine Förderung beantragen. Kürzlich wurde für beide Zentren nun jeweils ein Verfügungsfonds zur Förderung kooperativer Projekte eingerichtet.

Innerstädtische Großprojekte nehmen Fahrt auf

Die Volksbank BRAWO engagiert sich mit den Projektentwicklungen BRAWO Arkaden und BRAWO City für die nachhaltige Aufwertung und Belebung innerstädtischer Bereiche. Mit den BRAWO Arkaden will die Volksbank BRAWO einen neuen Anker für Einzelhandel, Gastronomie, Büros und verschiedene Wohnkonzepte schaffen. Gleichzeitig soll es ein Vorzeigeprojekt in den Bereichen Nachhaltigkeit und Mobilität werden. Anfang Juni fand hierzu eine entsprechende Bürgerbeteiligung statt. Nach den Abbrucharbeiten der Gebäude in der Porschestraße 3-7 startete Anfang Juli der Architekten-Wettbewerb für die BRAWO City. Die BRAWO City soll den Charakter eines urbanen Quartiers mit einer gemischten Nutzung von Büro, Einzelhandel und Wohnen einnehmen und die bislang fehlende Verknüpfung zwischen Nordkopf und mittlerer Porschestraße bilden.

Im Zuge des 85. Stadtgeburtstags unterzeichneten die drei maßgeblichen Grundstückseigentümer Stadt Wolfsburg, die SIGNA Development Selection AG und die Volkswagen AG ein Memorandum of Understanding (MoU) für die Entwicklung des Nordkopfquartiers beginnend mit dem Bereich um den Wolfsburger Hauptbahnhof. Zeitnah soll die Verwaltungsvorlage für diese städtebauliche Entwicklung, die Grundlage der Quartiersentwicklung ist, auf den Weg gebracht werden — unabhängig von einzelnen Investoren. Ziel ist es, ein vernetztes, zukunftsorientiertes und lebenswertes Quartier im Herzen der Stadt zu schaffen.

Besichtigung der künftigen BRAWO City
Begehung des BRAWO City Areals von Architekten sowie Vertretern der Stadt und der BRAWO statt. © regios24/Sebastian Priebe