Gute Nachrichten für den Wirtschaftsstandort: „Trinity“ kommt nach Wolfsburg

Für den Neubau des Trinity Werkes hat die Stadt Wolfsburg mit ihrem ausgearbeiteten Flächenangebot im Ortsteil Warmenau den Volkswagen Konzern überzeugen können. Außerhalb des Stammwerks wird die Volkswagen AG eine hochmoderne Fabrik bauen und dort ab 2026 innerhalb von zehn Stunden das Elektroauto der nächsten Level-4-Generation „Trinity“ fertigen. Die Zukunft von Wolfsburg als attraktiver Automobilstandort ist damit langfristig gesichert.

„Wir sind hoch erfreut, dass Trinity dort realisiert wird, wo die Verbindung mit Volkswagen traditionell am größten ist. Es ist für die Stadt, aber auch für die umliegenden Gemeinden und die gesamte Region eine hervorragende und wichtige Zukunftsentscheidung. Bei dem Vorhaben werden wir die Bürgerinnen und Bürger in unmittelbarer Nähe der entstehenden Fabrik mitnehmen, informieren und in die weiteren Prozesse eng einbinden. Die Stadt Wolfsburg ist und bleibt für Volkswagen ein verlässlicher Partner, jetzt und in Zukunft“, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann.

„Diese Zukunftsentscheidung ist ein absoluter Erfolg für unsere Stadt und den Wirtschaftsstandort. Als WMG werden wir die Stadtverwaltung nach Kräften weiter dabei unterstützen, das Vorhaben bestmöglich zu bearbeiten und voranzubringen. Ebenso werden wir uns insbesondere aber auch mit größtmöglicher Energie für die Entwicklung und Aufwertung unserer Innenstadt engagieren, um Wolfsburg als attraktiven Lebens- und Arbeitsort weiter zu stärken“, erklärt WMG-Geschäftsführer Jens Hofschröer.

In den vergangenen Monaten hatten zwischen Stadtverwaltung, Volkswagen, dem Betriebsrat und der Politik zahlreiche Gespräche stattgefunden, um die konkreten Anforderungen und mögliche geeignete Flächen innerhalb der Wolfsburger Stadtgrenzen zu identifizieren. In diesem Zusammenhang wurden auch frühzeitig die Weichen für die Weiterentwicklung als attraktiver Wirtschafts- und Gewerbestandort gestellt. Im Fokus standen dabei vor allem schnelle Planungs- und Genehmigungsverfahren für eine reibungslose Umsetzung des Projekts. Alle eingeleiteten Maßnahmen führten letztlich zum Erfolg und überzeugten die Unternehmensführung von Volkswagen für die Entscheidung zur Standorterweiterung in Wolfsburg. Auf dieser guten Basis sollen nun auch die Prüfungen der anstehenden Planungs- und Genehmigungsverfahren vorangetrieben werden.

Die neue Trinity-Fabrik ist ein zentraler Baustein des größten Erneuerungsprogramms in der Geschichte des Hauptstandorts von Volkswagen. Die Bauarbeiten im Wolfsburger Ortsteil Warmenau sollen unter Berücksichtigung des Bau- und Umweltrechts bereits im Frühjahr 2023 beginnen. Dabei sollen auch am neuen Standort hohe Umweltstandards eingehalten werden. Mit Investitionen von rund 2 Milliarden Euro wird der neue Fertigungsstandort für das E-Modell Trinity entstehen.

Große Freude für Trinity-Standort

„Die Entscheidung des Aufsichtsrates ist ein wichtiger Meilenstein für die Transformation und die Zukunft des Produktionsstandortes Wolfsburg. Damit stärken wir nachhaltig die Wettbewerbsfähigkeit des Stammwerkes und geben der Belegschaft eine starke Langfristperspektive“, so Volkswagen CEO Ralf Brandstätter in der Pressemitteilung der Volkswagen AG. „Mit Trinity und dem Werksneubau werden wir in der Automobilindustrie Maßstäbe setzen und Wolfsburg zum Leuchtturm für modernste und effiziente Fahrzeugproduktion entwickeln. Das zeigt: wirtschaftliche Transformation am Industriestandort Deutschland ist möglich.“

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil sagt in der Mitteilung: „Die Entscheidung von Volkswagen, einen hoch modernen Fertigungsstandort von umweltfreundlichen, digitalisierten Elektrofahrzeugen in Wolfsburg-Warmenau zu errichten, ist ein klares Bekenntnis zum Industriestandort Niedersachsen. Der Reigen enorm erfolgreicher VW-Fahrzeuge vom Käfer über den Folgt wird jetzt mit Trinity fortgesetzt – ein niedersächsischer Hattrick! Die gesamte Produktion in Niedersachsen soll schrittweise CO2 neutral werden. Umweltschutz wird auch im Automobilbau groß geschrieben.“

Volkswagen erreicht neuen Meilenstein auf seinem Transformationsweg: Trinity-Werk wird in Wolfsburg-Warmenau gebaut. V.l.n.r.: Ralf Brandstätter, Dr. Christian Vollmer, Dr. Herbert Diess, Daniela Cavallo, Stephan Weil, und Gunnar Kilian
Volkswagen erreicht neuen Meilenstein auf seinem Transformationsweg: Trinity-Werk wird in Wolfsburg-Warmenau gebaut. V.l.n.r.: Ralf Brandstätter, Dr. Christian Vollmer, Dr. Herbert Diess, Daniela Cavallo, Stephan Weil, und Gunnar Kilian © Volkswagen AG

Der Niedersächsische Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann ergänzt: „Die Entscheidung des Volkswagen Konzerns für den Trinity-Standort ist ein weiteres Aufbruchssignal in eine automobile Zukunft ,made in Niedersachsen‘. Die hochmoderne Produktionsstätte wird alle Themen der E-Mobilität vereinen: Von der neuen Elektronik-Plattform bis hin zu Softwareanwendungen und zukunftsweisenden Assistenzsystemen.“

„Ich bin überzeugt, dass Volkswagen mit dem hochmodernen E-Modell Trinity ein wichtiger Schritt bei der Transformation zum Mobilitätsdienstleister gelingt. Gleichzeitig setzt die ebenso zukunftsweisend geplante Fertigungsstätte ein bedeutendes Signal für die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandortes Wolfsburg und unserer Wirtschaftsregion insgesamt. Davon werden über kurz oder lang auch Impulse für neue Ansiedlungen innovativer Akteure der Branche sowie für weitere Projekte zur kooperativen Entwicklung digitaler Mobilitätslösungen ausgehen. Das heißt, Wolfsburg und die Region bleiben international eines der wichtigsten Schaufenster für die Mobilität der Zukunft“, sagt Thomas Krause, Vorstand der Wolfsburg AG. In die städtische Arbeitsgruppe zur Auswahl geeigneter Standorte in und um Wolfsburg hatte das gemeinsame Tochterunternehmen der Stadt Wolfsburg und der Volkswagen AG seine Erfahrungen aus über 200 Ansiedlungsprojekten für die Automobilindustrie eingebracht.

Entscheidungsfaktoren bei der Standortwahl

Im Vorfeld der Entscheidung des Aufsichtsrat der Volkswagen AG gab es eine umfassende Analyse unterschiedlicher Standortoptionen. Auch die Möglichkeit einer Trinity-Produktion innerhalb des Wolfsburger Werks wurde in diesem Rahmen intensiv geprüft. Letztlich sprechen die mittelfristig höhere Wirtschaftlichkeit und, dass die laufende Serienproduktion sowie die in den nächsten Jahren anstehenden Neuanläufe wichtiger Modelle wie Tiguan, Tyron und der Produktaufwertung des Golf nicht gestört werden für den Bau des neuen Werks in Warmenau.

Vor-Ort-Besichtigung der Flächen mit Wirtschaftsminister Dr. Althusmann

Dennis Weilmann, Bernd Althusmann und Angelika Jahns besichtigen Trinity-Flächen
Dennis Weilmann, Bernd Althusmann und Angelika Jahns besichtigen Trinity-Flächen © Stadt Wolfsburg

Gemeinsam mit dem Niedersächsischen Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann und Ortsbürgermeister Angelika Jahns besichtigte Oberbürgermeister Dennis Weilmann die Flächen für das neue Automobilwerk in Warmenau. Dr. Althusmann hat der Stadt Wolfsburg bei der Schaffund der notwendigen Verkehrsinfrastruktur für das geplante Trinity-Werk tatkräftige Unterstützung des Landes zugesichert. Für eine leistungsfähige Straßenanbindung der neuen Produktionsstätte soll die Bundesstraße 188 von der Autobahn 39 Anschlussstelle Weyhausen bis zur Landestraße 322 vierstreifig ausgebaut werden. Die Planungskosten für den Ausbau der B 188 trägt das Land. Außerdem wolle sich das Land Niedersachsen beim Bundesverkehrsministerium dafür einsetzen, dass notwendige Genehmigungen und die Bereitstellung der Finanzmittel für Bau und Grunderwerb der B 188 zügig erfolgen. Auch die mögliche Erweiterung des ÖPNV in der Region und attraktive Mobilitätsangebote rund um Warmenau waren Teil des Gesprächs.

Um das Vorhaben bestmöglich zu bearbeiten, installiert die Stadtverwaltung ein eigenes Projektteam, das die Volkswagen AG bei der schnellstmöglichen Umsetzung des Trinity-Werkes unterstützt. Konkret erarbeitet die Arbeitsgruppe die rechtlichen Voraussetzungen zur Aufstellung der Bauleitplanung sowie zur Vorbereitung der Baugenehmigung. Neben den baulichen und verkehrlichen Belangen stehen vor allem auch die Umweltverträglichkeiten im Vordergrund. Ein entsprechendes Lärm- und Schallschutzgutachten sowie eine für solch ein Vorhaben notwendige Artenschutzkartierung wurden bereits beauftragt. Die Bürger*innen, die in unmittelbarerer Nähe zu dem neuen Automobilwerk leben, sollen durch entsprechende Beteiligungsprozesse bei den weiteren Verfahrensschritten genauso frühzeitig einbezogen und mitgenommen werden wie die Politik.

Produktionskonzept für das Fahrzeugprojekt Trinity

Das E-Fahrzeug Trinity ist Teil der Markenstrategie ACCELERATE und wird die vollelektrische Fahrzeugflotte von Volkswagen zukunftsweisend prägen – mit deutlich reduzierter Ladezeit, mehr als 700 Kilometern Reichweite, modernster Software und bilanziell CO2-neutral. Auch bei der Produktion von Trinity will Volkswagen Maßstäbe setzen: weniger Varianten, weniger Bauteile, mehr Automatisierung, schlankere Produktionslinien und neue Logistikkonzepte. Der Campus Sandkamp schafft die Rahmenbedingungen, damit alle Bereiche von Volkswagen in modernen Arbeitsformen optimal und zeiteffizient zusammenarbeiten können. Volkswagen investiert 800 Millionen Euro in das modernste Forschungs- und Entwicklungszentrum Europas. Bis 2030 ist geplant, die moderne E-Fertigung auf der SSP-Plattform nach dem Vorbild der Trinity-Fabrik auch in das bisherige Stammwerk zu integrieren.


Lesen Sie im Top-Thema der 36. Ausgabe von WOLFSBURG+ das Interview mit Oberbürgermeister Dennis Weilmann und VW-Vorstandsvorsitzender Dr. Herbert Diess.

Titelbild: © Volkswagen AG