Prof. Dr. Mike Hoffmeister im Standpunkt+
Prof. Dr. Mike Hoffmeister lehrt im Bereich „International Management“ an der Ostfalia Hochschule für
angewandte Wissenschaften in Wolfsburg. Als (inter-)kultureller Glücksforscher widmet er sich den Themen „Glück & erfülltes Leben“ und „Happiness@Work“. Hierzu gibt er Workshops und hält Vorträge bei Unternehmen und Hochschulen im In- und Ausland.
Zwischen Glück, Kultur und Unternehmen: Wie Arbeitswelten gelingen können
Die Arbeitswelten stehen vor tiefgreifenden Umbrüchen. Globale Wettbewerbsdynamiken, radikale Transformationsprozesse, Stellenabbau und die zunehmende Bedeutung Künstlicher Intelligenz verunsichern viele Beschäftigte. Als Folge sind zunehmende psychische Erkrankungen und steigende Fehlzeiten am Arbeitsplatz zu verzeichnen. Laut Gallup Engagement Index 2025 besitzen nur noch rund
10 Prozent der Beschäftigten in Deutschland eine hohe emotionale Bindung an ihr Unternehmen, etwa 13 Prozent haben innerlich bereits gekündigt.
Vor diesem Hintergrund rückt ein neues Wissenschaftsfeld in den Fokus: „Positive Leadership“ im Rahmen der Positiven Psychologie. Es untersucht, wie das subjektive Wohlbefinden von Mitarbeitenden („Wohlfühlglück“) im Unternehmenskontext nachhaltig gefördert werden kann. Die Logik dahinter ist: Menschen, die sich wohlfühlen, sind produktiver, belastbarer und fehlen seltener krankheitsbedingt. Doch Glück bzw. Happiness@Work ist weit mehr als gute Stimmung im Büro.
Im Kern geht es um eine positive, gelebte Unternehmenskultur, in der individuelles und kollektives „Werteglück“ möglich wird – also die Übereinstimmung zwischen persönlichen Werten, Stärken und den gelebten Werten des Unternehmens. Zentrale Bausteine einer solchen Kultur sind:
- psychologische Sicherheit: Fehler dürfen offen angesprochen werden, Kritik ist ohne Angst vor negativen Konsequenzen möglich.
- authentische Wertschätzung und Respekt: Vertrauen statt Misstrauen prägt das Miteinander; Dankbarkeit und Anerkennung sind gelebter Alltag.
- faire Rahmenbedingungen: transparente Entscheidungen, nachvollziehbare Regeln und gerechte Behandlung.
- Stärkenorientierung: Individuelle Talente und Fähigkeiten werden erkannt, gefördert und gezielt eingesetzt.
- offene, transparente Kommunikation: Informationen werden geteilt, Mitarbeitende verstehen, wie ihr Beitrag zum Gesamterfolg passt.
- sinnstiftende Arbeit: Tätigkeiten sind so gestaltet, dass ein erlebbarer Beitrag zu etwas Bedeutsamem entsteht und eigene persönliche Werte mit denen des Unternehmens im Einklang stehen.
Gerade jüngere Generationen fordern diese Qualität der Arbeitswelt ein. Daten wie der World Happiness Report zeigen: Sinn, Wertorientierung und psychische Gesundheit sind zentrale Themen der Zukunft. Unternehmen, die diese Dimensionen des Glücks ernst nehmen und ihre Kultur entsprechend gestalten, erhöhen nicht nur Wohlbefinden und Bindung ihrer Mitarbeitenden – sie sichern zugleich ihren langfristigen wirtschaftlichen Erfolg.
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