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Mehr als Vereinsfarbe

Der VfL Wolfsburg und der Nabu zeigen, wie Fußball, Klimaschutz und Artenvielfalt zusammenfinden

Wenn beim VfL Wolfsburg von Grün die Rede ist, geht es längst nicht mehr nur um Vereinsfarben. Grün steht hier auch für Verantwortung: für Klima, Natur und Artenvielfalt. Gemeinsam mit dem Naturschutzbund Deutschland, kurz NABU, macht der Klub sichtbar, dass Profifußball weit über 90 Minuten auf dem noch so grünen Platz hinauswirken kann. Seit 2012 unterstützt der VfL Projekte und Kampagnen des NABU auf Bundes- sowie auf regionaler Ebene. In diesem Jahr rückt die langjährige Zusammenarbeit besonders prominent in den Fokus: mit Aktionswochen, Umweltbildung, Spendenaktionen und einem Zeichen, das auf dem Spielfeld kaum zu übersehen war.

Ein Storch als starkes Signal

Denn sowohl die Wölfe als auch die Wölfinnen liefen im Frühjahr mit dem NABU-Logo auf der Brust auf. Möglich wurde dieser besondere Trikottausch, weil Volkswagen als Hauptsponsor seinen Platz auf dem Trikot freimachte. Beim Bundesligaspiel der Männer gegen Eintracht Frankfurt sowie beim Heimspiel der Frauen gegen RB Leipzig stand damit nicht ein klassisches Sponsorenlogo im Mittelpunkt, sondern der fliegende Storch des NABU. Zwar ein ungewohnter Anblick, genau deshalb aber ein starkes Signal.

„VfL und NABU zeigen, dass Fußball und Naturschutz hervorragend zusammenpassen und gemeinsam viel bewirken“, sagt NABU-Bundesgeschäftsführerin Susanne Baumann. Tatsächlich verbindet die Kooperation zwei Welten, die auf den ersten Blick unterschiedlich wirken: hier die große Bühne des Profisports, dort die oft leise, langfristige Arbeit für den Erhalt von Lebensräumen. In Wolfsburg wird daraus ein gemeinsamer Ansatz, der Aufmerksamkeit schafft und gleichzeitig konkrete Projekte unterstützt.

Naturschutz in vielen Facetten

Ein besonderer Schwerpunkt der Zusammenarbeit liegt auf der Moorrenaturierung. Über den NABU-Klimafonds unterstützt der VfL Wolfsburg die Wiedervernässung trockengelegter Moore – und damit Flächen, die große Mengen CO2 speichern und zugleich wertvolle Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten schaffen. Als Leuchtturmprojekt gilt die Renaturierung des Ahlen-Falkenberger Moors in Niedersachsen, laut NABU das größte Moor-Renaturierungsprojekt auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in Deutschland.

Dass Naturschutz dabei nicht abstrakt bleiben muss, zeigt der VfL immer wieder mit Aktionen, die Fans, Kinder und Familien direkt einbinden. An Spieltagen war der NABU mit Infoständen präsent, außerdem wurden beziehungsweise werden Matchworn-Trikots für den guten Zweck versteigert. Und auch bei der Aktion „Klick fürs Klima“ kamen 1.148 Euro für den NABU-Klimafonds zusammen.

Besonders erlebbar wurde die Kooperation für die jüngsten VfL-Fans: Mitglieder des WölfiClubs gingen im Allerpark auf Bibertour, Partnerkitas besuchten gemeinsam mit Vereinsmaskottchen Wölfi das Artenschutzzentrum in Leiferde. So hat die Partnerschaft in Wolfsburg längst viele Gesichter bekommen – vom Einsatz der VfL-Familie im Artenschutzzentrum über Nistkästen für Stare am AOK-Stadion
bis hin zu Umweltbildungsangeboten wie dem Workshop „Auf Wolfsspuren“.

Ein grüner Auftrag

So entsteht ein Engagement, das nicht bei Symbolik stehen bleibt. Das Sondertrikot schafft Aufmerksamkeit, die Aktionen schaffen Beteiligung, die Projekte schaffen Wirkung. Für den VfL Wolfsburg ist Nachhaltigkeit damit kein Randthema, sondern Teil des Selbstverständnisses. Oder anders gesagt: Grün ist in Wolfsburg mehr als eine Farbe, es ist ein Auftrag.


Titelfoto: © VfL Wolfsburg