Innovative Zukunft aus Fallersleben
Wie Starwit Technologies neue Impulse für Wolfsburg setzt
Ein Software-Start-up aus Wolfsburg ohne Produkte für die Automobilindustrie – keine geläufige Kombination. Genau daraus entstand Starwit Technologies im Mai 2022, um „ein Umfeld zu schaffen, in dem gute Informatik im Zentrum steht und in dem Softwareprodukte entstehen können“, so Gründerin und CEO Anett Hübner. Seit April 2023 ist das Team mit Florian Stanek und Markus Zarbock komplett.

Wo Ideen zu Lösungen werden
Starwit arbeitet an der Schnittstelle von Software, Daten und künstlicher Intelligenz. Die Produktpalette reicht von Echtzeitanalysen von Videodaten über Verkehrsstatistiken und Anomalieerkennung bis hin zur Steuerung kommunaler Prozesse.
Die Gründung in Wolfsburg ist kein Zufall: Beruflich sind alle Gründer mit der Automobilindustrie in Berührung gekommen und haben sich so kennengelernt. Die gemeinsame Passion für Informatik und eine gute Portion Pragmatik führten zur Entscheidung, in Fallersleben zu gründen.
Smart City mit konkretem Nutzen
Auch wenn das Gründerteam der Automobilindustrie den Rücken gekehrt hat, gehören Mobilität und Verkehrsorganisation zu den Anwendungsdomänen der Starwit-Produkte. In Projekten mit der Stadt Wolfsburg wurden im Rahmen der Modellprojekte Smart Cities Parkflächen erfasst und Verkehrsströme vermessen. Zum Einsatz kam auch ein gemeinsam mit Gerhartl entwickelter Sensor. Die Daten werden an Wolfsburgs Open-Data-Plattform übertragen und dort z. B. von der Wolfsburg-App genutzt.
Neuestes Ergebnis ist das Ausrollen der Software DAVe. Sie wurde von der Landeshauptstadt München entwickelt und dient der Erstellung standardkonformer Verkehrsstatistiken. Starwit hat sie für Wolfsburg angepasst: Erste hier entwickelte Funktionen werden inzwischen nach München zurückgespielt – Open-Source-Software, wie sie sein soll.
Auch bei der Wolfsburger Abfallentsorgung (WAS) kommen Starwits Softwareprodukte zum Einsatz. Zwei Kehrfahrzeuge erfassen mit Sensorik verschiedene Abfallsorten im Stadtgebiet. So sollen Optimierungspotenziale erkannt und Grundlagen für eine Teilautomatisierung gelegt werden.
Ein Standort im Wandel
Wer an Start-ups denkt, hat vermutlich Berlin oder München im Sinn – Wolfsburg hat in dieser Hinsicht noch Verbesserungspotenzial. „Für uns ist Wolfsburg aber nicht nur Herausforderung, sondern auch Chance“, sagt Anett Hübner.
Mit Blick auf das entstehende Start-up-Zentrum hofft das Starwit-Team auf ein Ökosystem für neue Ideen und Dienste. Technische Produkte entstünden nicht im stillen Kämmerlein, betont Markus Zarbock (CEO). Deshalb brauche es weitere Start-ups, um ein interessanter Standort zu werden. Für das eigene Unternehmen formuliert Anett Hübner das Ziel für 2026 klar: „Wir wollen vom Start-up zum mittelständischen Produkthaus werden.“
Für Wolfsburg wäre dies, sofern es gelingt, ein Aufbruch.
Titelfoto: © Starwit