Handwerk zum Anfassen
Handwerker-Livestunde ermöglicht Schülern Einblicke in Praxisalltag
Die Handwerker-Livestunde der Peter-Jensen-Stiftung ist ein bewährtes Konzept, das Schüler dazu einlädt, einen Beruf nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch kennenzulernen – mit interaktiven Stationen, gegenseitigem Austausch und neuen, wertvollen Erfahrungen. Die Stiftung arbeitet mit regionalen Handwerksbetrieben zusammen. Ziel ist es, junge Menschen für das Handwerk im Bereich Sanitär, Heizung und Klima zu begeistern, Vorurteile abzubauen und Praktikums- und Ausbildungsperspektiven zu eröffnen. Dieses Jahr fand das Projekt in Kooperation mit der Thieme Industrie- und Gebäudetechnik zum ersten Mal in der Haupt- und Realschule Vorsfelde statt.
Zum Einstieg gaben Ausbildungsleiter, Auszubildende und Stiftungsmanager den Schülern Informationen und Fachwissen der Arbeit, die praktisches Denken und geschickte Handgriffe kombiniert. Die Teilnehmenden konnten sich im Anschluss direkt an verschiedenen Stationen wie digitaler Badplanung, dem Bau einer Sitzbank aus Rohren, dem Biegen eines Herzens aus Kupferrohr und der beispielhaften Montage von Fußbodenheizungsleitungen ausprobieren.
Die Peter-Jensen-Stiftung und Thieme haben sich zur Aufgabe gemacht, die Vorzüge des Handwerks in den Fokus zu rücken und junge Menschen zu erreichen. Nina Wessels aus dem Bereich der Öffentlichkeitsarbeit der Firma Thieme weiß, welche positiven Seiten mit dem Beruf verbunden sind und welche Skills die Bewerber mitbringen sollten.
Warum sollte man sich für einen handwerklichen Beruf entscheiden?
Die Arbeit kann großen Spaß machen – nicht nur durch die abwechslungsreichen Tätigkeiten, auch der psychologische Effekt, etwas mit den Händen geleistet zu haben, was man sehen und anfassen kann, ist nicht zu unterschätzen. Auch in der Livestunde wurde deutlich: Im Handwerk wird morgens begonnen und am Nachmittag ist zu sehen, was man geschafft hat. Das kann ein installierter Kessel, eine Rohrleitung oder etwas anderes sein, womit man das Leben anderer bereichert hat. Außerdem bietet der Job Zukunftssicherheit und die Leute werden mehr denn je gebraucht – das merken wir auch bei uns und am gegenwärtigen Fachkräftemangel.




Wie hat sich Branche weiterentwickelt?
Es ist natürlich immer noch eine männerdominierte Branche, aber es entscheiden sich immer mehr Frauen für einen handwerklichen Beruf, was uns sehr freut. Zudem spielt die Digitalisierung natürlich auch eine Rolle – in unserem Betrieb nutzen wir digitale Tools beispielsweise für die interne Organisation und die Planung auf der Baustelle. Die Mitarbeitenden haben ihre eigenen Smartphones, Tablets und Laptops, um effizient über Aufträge, Bestellungen und Task-Meldungen informiert zu sein. Zudem entwickelt sich die Branche in eine nachhaltige Richtung, die jungen Menschen gleichzeitig Sinnhaftigkeit und Ansporn geben kann. Es werden beispielsweise immer mehr neue, effiziente Wärmepumpen entwickelt, die auf moderne Art und Weise installiert werden, was Fortschritt und Weiterbildung vereint.
Welche Eigenschaften sollten Schüler für den Beruf mitbringen?
Eine Kombination aus handwerklichem Geschick, Spaß an der Arbeit mit Werkzeugen und Interesse daran, sich immer neuen Aufgaben rund ums Thema Werkeln zu widmen.
Wie wurde die Handwerker-Livestunde angenommen?
Wir konnten fünf Schülern direkt einen Praktikumsplatz bei uns anbieten, worüber wir uns sehr gefreut haben. Wir haben auch gemerkt, dass die Schüler sich vor allem den jungen Azubis anvertrauen konnten und viele Fragen gestellt haben.
Sollten sich die Schüler nach ihrem Praktikum entscheiden, eine Ausbildung bei uns zu absolvieren, können sie sich über einige Benefits wie enge Teamarbeit, viel Abwechslung und die Möglichkeit, gelegentlich freitags frei zu haben, freuen.
Die Firma Thieme und die Peter-Jensen-Stiftung möchten auch in Zukunft unter anderem in den Livestunden zeigen, was Handwerk ausmacht und freuen sich über alle, die Interesse an handwerklichen Tätigkeiten haben.
Fotos: © Thieme GmbH & Co. KG