Das Unternehmen hinter den WOBStories – die Filmburg X-Media Factory

UNTERNEHMENSPORTRÄT

Olaf Levin war Koch, Kellner, Taxifahrer, Musikalienhändler und Musiker, bevor er seine Leidenschaft zum Beruf machte: nämlich Filme zu produzieren. Weil er findet, dass Wolfsburg viel zu bieten hat und er sich außerdem für die hiesigen Menschen und ihre Geschichten interessiert, begann er, diese in den WOBStories zu erzählen. Mittlerweile umfasst die im Film festgehaltene Dokumentation des Lebens dieser Stadt weit mehr als 1000 Beiträge.

„Ich bin vor dem Fernseher groß geworden und wollte immer etwas mit Film und Fernsehen machen“, sagt Olaf Levin. Früher glaubte er, dass man dazu mindestens das Abitur haben müsste. Glücklicherweise haben sich die Zeiten geändert. Als Olaf Levin Anfang der 2000er-Jahre eine Familie gründete, beschloss er, sich ein solides berufliches Fundament zu schaffen, und machte 2006 in Schwerin eine Ausbildung zum Video-Journalisten. Er kehrte nach Wolfsburg zurück und bemühte sich um Aufträge, doch die Akquise gestaltete sich zäh.

2020 produzierte Olaf Levin (Mitte) für das Autohaus Hotz und Heitmann den Kurzfilm „Take Five“ mit Starbesetzung. Dafür verwandelte die Filmburg die Geschäftsräume des Unternehmens in ein Filmstudio.
2020 produzierte Olaf Levin (Mitte) für das Autohaus Hotz und Heitmann den Kurzfilm „Take Five“ mit Starbesetzung. Dafür verwandelte die Filmburg die Geschäftsräume des Unternehmens in ein Filmstudio. © SAHNEFOTO

„Eigentlich wollte ich Wolfsburg schon verlassen. Dann wagte ich einen letzten Versuch, mir als Filmemacher einen Namen zu machen. Ich produzierte auf eigene Kosten Filme über die Stadt und ihre Einwohner, stellte sie ins Netz und schaute, was passiert.“ Es funktionierte! Am 1. Oktober 2007 lud Olaf Levin seinen ersten Film über Wolfsburg ins Internet. Damit waren die WOBStories geboren. Drei Monate später gründete er seine Firma, die Filmburg. Allerdings musste er zunächst feststellen, dass der Prophet im eigenen Land nicht zählt, wie er es heute schmunzelnd formuliert. Aufträge aus Wolfsburg gab es nur wenige, dafür wurden andere Auftraggeber, sogar aus dem Ausland, auf ihn aufmerksam. Er produzierte Filmbeiträge für Sky Italia, N24 und andere Privatsender.

Heute ist Olaf Levins Filmproduktionsfirma im Markt etabliert und zählt namhafte Kunden aus der Region sowie dem In- und Ausland zu seinen Kunden. Werbe-, Image- und Spielfilme gehören zum Portfolio genauso wie Livestream-Produktionen. 2017 holte Olaf Levin die italienische Kinofilm-Produktion „Finalemente Sposi“ nach Wolfsburg und drehte auch einige Szenen selbst. 2020 produzierte er einen 18-minütigen Image-Kurzfilm für das Autohaus Wolfsburg mit Starbesetzung durch „SOKO Wismar“- Darsteller Dominic Boeer und Pierre Littbarski. Im Januar dieses Jahres verantwortete die Filmburg X-Media Factory den Live Stream der FIFA-Auslosung für die Klub-WM in Zürich. Ein Projekt, das Nerven kostete. „Da war eine Menge Druck drauf, aber es hat mega funktioniert“, berichtet Olaf Levin.

WOLFSBURGS ERSTER EIGENER FERNSEHKANAL

Neben solchen Projekten, die die Existenz des Unternehmens mit seinen fünf Angestellten sichern, hat Olaf Levin nie aufgehört, die zeitgenössische Geschichte Wolfsburgs in seinen WOBStories festzuhalten. In den letzten 13-einhalb Jahren ist das Archiv auf weit über 1000 Filme angewachsen. Dazu zählen Dokumentationen aus dem Leben der Stadt, vom Abriss des berühmten Pizza-Pavillons auf der Porschestraße bis hin zur Eröffnung des ersten Barber-Shops, sämtliche Pressekonferenzen des VfL Wolfsburg seit 2009 und viele Beiträge rund um Kunst und Kultur. Beispielsweise interviewte Olaf Levin Weltstar Hardy Krüger nach dessen Lesung im Phaeno oder den Dokumentarfilmer Georg Stefan Troller im Hallenbad. Darüber hinaus erzählen die WOBStories Geschichten aus dem ganz normalen Leben der Wolfsburger. „Mir ist wichtig zu zeigen, dass Wolfsburg viele schöne und interessante Seiten hat. Und viele tolle Leute, die hier wohnen“, begründet Olaf Levin sein Engagement.

Mit den WOBStories holen der Filmemacher und sein Team das, was sich in und um Wolfsburg ereignet, in die heimischen Wohnzimmer. Sogar im Klinik-TV des Wolfsburger Krankenhauses sind die WOBStories zu sehen. Auf diese Weise weckt die Filmburg das Interesse der Wolfsburger an ihrer Stadt. Die Reichweite der Beiträge liegt dabei zwischen 1200 und 50.000 Views innerhalb eines Tages.

Immer wieder gelingt es Olaf Levin, Sponsoren zu gewinnen, für die er Werbeeinblendungen oder PR-Filme produziert. Doch nach wie vor leben die WOBStories hauptsächlich von seiner Begeisterung und der seiner Mitstreiter für die Idee, Wolfsburg und seinen Einwohnern eine Video-Plattform zu bieten. Damit erreicht Olaf Levin auch Jugendliche. „Bei uns müssen Azubis und sogar Praktikanten selbst Filme produzieren, die im Netz veröffentlicht werden. Dadurch lernen die jungen Leute, wie Film und Fernsehen funktionieren.“ Das ist Olaf Levin, der auch als Dozent für Videojournalismus arbeitet, ein Anliegen. Die heutzutage immer wichtiger werdende Medienkompetenz wird seiner Meinung nach in den Schulen zu wenig gefördert.

Nach sieben harten Anfangsjahren hat sich Olaf Levin mit seiner Filmburg einen guten Stand in der Branche erarbeitet. Jetzt will er mehr: Noch in diesem Jahr, wenn Corona es zulässt, wird er eine eigene Medienschule eröffnen. Er möchte die WOBStories als Online-Fernsehsender ausbauen und eine Archivfunktion auf der Website anlegen. Außerdem plant er eine Serie unter dem Namen „The Circus“ mit Michaela Schaffrath und vielen Schauspielern aus Wolfsburg, die er in der Region drehen möchte.

Kontakt
Olaf Levin
Telefon: 05361 1814184
E-Mail: info@film-burg.de
Webseite: www.film-burg.de


Titelbild: Olaf Levin (rechts) bespricht eine Szene mit Dominic Boeer (links), bekannt durch die Krimi- Serie SOKO Wismar. © SAHNEFOTO