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Wolfsburg im Wandel

Die Stadt Wolfsburg ist seit ihrer Gründung als Sitz des Volkswagenwerkes 1938 schnell zum Industriestandort gewachsen. Sie ist bekannt für ihre starke Wirtschafts- und Innovationskraft, vor allem im Bereich der Automobilindustrie, mit der attraktive Arbeitsplätze, neue Impulse und Wachstum einhergingen. Gleichzeitig entstand eine gewisse Abhängigkeit von diesem Industriezweig, der sich nun im Wandel befindet und die Stadt zu einer strategischen Neuausrichtung auffordert. Mit den aktuellen Entwicklungen der deutschen Automobilindustrie gehen hoher Wettbewerbsdruck, verminderte Produktion und Personalabbau einher. Durch eine neue Strategie und entschlossenes Handeln sollen Arbeitsplatz- bzw. Einwohnerverluste, geringere Gewerbesteuereinnahmen und eine nachlassende Attraktivität für Unternehmen, Fachkräfte und Investoren vermieden werden.

Um dem anstehenden strukturellen Wandel einen klaren Rahmen zu geben, wurde das Standortkonzept Wolfsburg 2035+ von der Wolfsburg AG gemeinsam mit Roland Berger erarbeitet – unter Beteiligung von Volkswagen, der Stadt Wolfsburg und der WMG. Konkret wurden vier Handlungsfelder definiert, die die Basis für 21 Maßnahmenempfehlungen schaffen, um zukünftige Ziele greifbar zu machen. „Mit dem Standortkonzept Wolfsburg 2035+ richten wir den Blick auf morgen und setzen ein klares Signal. Denn jetzt geht es darum, neue Perspektiven für Beschäftigung, Wertschöpfung und Lebensqualität zu schaffen. Dafür müssen wir die Kräfte bündeln und Partnerschaften stärken“, sagt Oberbürgermeister Dennis Weilmann.

Oliver Blume, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, betont: „Wolfsburg ist Stammsitz des Volkswagen Konzerns und der Marke VW, hier schlägt das Herz unseres Unternehmens. Daraus erwächst für uns eine besondere Verantwortung – für die Zukunft der Stadt, der Region und der Menschen, die hier leben und arbeiten. Unser Anspruch ist klar: Wolfsburg soll dauerhaft ein lebenswerter und attraktiver Standort bleiben. Es ist unser gemeinsamer Auftrag, mit einem nachhaltigen und zukunftsweisenden Konzept die Entwicklung unserer Stadt auch in den nächsten zehn Jahren voranzubringen. Um die Wirtschaftskraft zu stärken, den Wohlstand zu sichern und die Lebensqualität weiter zu steigern.“

Die gemeinsame Zukunftsvision kann nur realisiert werden, indem bestehendes Potenzial weiterentwickelt wird und zugleich weiterführende Perspektiven erschlossen werden. Die Vergangenheit hat bereits gezeigt, dass die Stadt kooperative Akteure, vorteilhafte Infrastrukturen, attraktive Optionen in relevanten Bereichen zu bieten hat und viele bedeutsame und zukunftsweisende Projekte realisiert werden konnten.

Thomas Krause, Sprecher des Vorstands der Wolfsburg AG: „Wolfsburg 2035+ ist mehr als ein Strategiepapier. Es ist ein gemeinsames Bekenntnis, Verantwortung für den Wandel zu übernehmen – und es enthält mehr als 20 konkrete Maßnahmenempfehlungen. Als Wolfsburg AG bereiten wir in diesem Zuge die internationale Investorenansprache vor und installieren einen zentralen Kontaktpunkt, damit Interessenten schnell, verbindlich und aus einer Hand alle relevanten Informationen und Zuständigkeiten erhalten. Genau dieses Gesamtpaket aus Perspektive, Geschwindigkeit und klarer Verantwortung ist entscheidend, um neue Unternehmen für Wolfsburg zu gewinnen.“

Wirtschaftsdezernent und WMG-Geschäftsführer Jens Hofschröer ergänzt: „Mit dem Standortkonzept Wolfsburg 2035+ positionieren wir Wolfsburg als innovationsgetriebenen Industrie- und Technologiestandort – mit klarer Ansiedlungsstrategie und enger Vernetzung von Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung. Wir schaffen neue Marktchancen für Mittelstand, Zulieferer und Investoren in wichtigen Zukunftsfeldern. Unser Ziel ist klar: Wolfsburg bleibt auch in Zukunft einer der innovativsten und wettbewerbsstärksten Industriestandorte in Norddeutschland.“

Welche vier Handlungsfelder sich herauskristallisiert haben, in welchen Wirtschaftsbereichen das größte Wachstums- und Innovationspotenzial steckt und welche Handlungen dafür empfohlen werden, zeigt die nachfolgende Zusammenfassung.

Handlungsfelder im Standortkonzept Wolfsburg 2035+


Das Standortkonzept Wolfsburg 2035+ basiert auf vier zentralen Handlungsfeldern: der engen Partnerschaft zwischen Stadt und Volkswagen, der Diversifizierung der Wirtschaft, der Steigerung der Stadt- und Lebensqualität sowie der Entwicklung Wolfsburgs zur digitalen Modellstadt. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Diversifizierung der Wirtschaft zu, die gezielt entlang von vier Fokusbranchen vorangetrieben wird:

  • Gesundheits- und Medizintechnik,
  • Sicherheitsindustrie,
  • urbane Technologien sowie
  • Kreislaufwirtschaft.

Diese strategische Neuausrichtung trägt der Tatsache Rechnung, dass Wolfsburg traditionell stark vom Automobilsektor geprägt ist. Ziel ist es, die wirtschaftliche Basis breiter aufzustellen, Innovationspotenziale zu heben und die Stadt langfristig resilienter gegenüber strukturellen Veränderungen zu machen. Die Vielfalt der aktuellen Projekte zeigt, wie umfassend dieser Transformationsprozess bereits in der Umsetzung ist.
Die vier Handlungsfelder wurden auf Basis des 10-Punkte-Plans der Stadt Wolfsburg sowie verschiedensten Perspektiven aus über 30 Stakeholder-Interviews mit Vertretern aus Verwaltung, Politik, Volkswagen, lokalen Unternehmen, Forschung, Arbeitnehmervertretung und Stadtgesellschaft entwickelt.

Beispielhafte Pläne in der Partnerschaft von Stadt und Volkswagen sind ein klares Bekenntnis von Volkswagen zum Stammsitz Wolfsburg, mit dem auch automobile Events häufiger in der Stadt stattfinden sollen, sowie der Ausbau von Zukunftstechnologien.

Im Zuge des zweiten relevanten Bereiches „Diversifizierung der Wirtschaft“ werden vier Branchen fokussiert: Zum einen die Sicherheitsindustrie, dazu können beispielsweise die Entwicklung von Rettungsdrohnen, Künstliche Intelligenz, Digitalisierung und Robotik zählen. Technologien, die auch in der Medizin- und Gesundheitstechnik, der zweiten Fokusbranche, an Bedeutung gewinnen. Zudem bieten die Entwicklung urbaner Technologien und Kreislaufwirtschaft erhebliche Innovationskraft.

Die konkrete Umsetzung der lebendigen Innenstadt und Zukunftsräume soll durch eine Aufwertung der Innenstadt und steigende Qualität von Arbeit, Wohnen und Leben erfolgen. Die digitale Modellstadt kann durch moderne Mobilitätshubs mit der Möglichkeit des autonomen Fahrens, der Förderung von Start-ups und weiteren innovativen Projekten vorangetrieben werden.